Schlagwort-Archive: Meer

Madeira 2.0

Madeira ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Die portugiesische Insel hat sich gemausert – und überrascht mit jungen Köchen und Kreativen und mit spektakulärer Natur

„Yes, Madeira needs more fresh blood“, die Insel könne noch mehr frisches Blut gebrauchen, das gibt Paulo Lima, 37, zu. Er schiebt seine Pilotensonnenbrille auf den kahlen Kopf, blickt versonnen auf’s Meer hinaus und wendet sich dann mir zu. „Aber es ist schon so viel passiert!“, sagt er. Der Inhaber des Mini Eco Club in Seixal im Norden Madeiras lässt seine Blicke über das weiß gekalkte Gebäude und das grün schimmernde Wasser des Felsenschwimmbeckens wandern, das zum Club gehört. Er grinst, als er in einen der gemütlichen Loungesessel sinkt. Chillout-Musik klingt dezent aus dem Boxen. Im Hintergrund stehen Vitrinen mit RayBan-Brillen in Popart-Style und Schmuckstücken im Lego-Design. „Hierher kommen zum Beispiel nur junge Leute!“, sagt er. „Sie kommen um Partys zu feiern und Kajak zu fahren, um zu schwimmen oder einfach nur zu relaxen.“

 

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Vejrø – eine Privatinsel

Seit sechs Jahren gehört die kleine Insel Vejrø im Smalandsfahrwasser einem dänischen Bankier. Wer die Insel besucht, sieht sofort, was er daraus gemacht hat: ein kleines Paradies

Zwei Feldhasen jagen über das stoppelige Feld, dahinter schäumt die Ostsee sanft an einen wilden, menschenleeren Strand. Nur ein paar Seegrasbüschel liegen im watteweichen Sand und ein bisschen angeschwemmtes Holz. Keine Menschenseele in Sicht. Nur ein Rehbock hebt in der Ferne seinen Kopf aus einem Feld.

„It’s a beautiful place“, sagt Susanne Bang. Sie lächelt versonnen und lässt ihren Blick über das trockene Gras wandern, das sich in einer schnurgeraden Piste am Meer entlangzieht. Weit hinten wendet ein kleines weißes Motorflugzeug. Susanne Bang, ungefähr Anfang fünfzig und sehr hager, verfolgt, wie der kleine Flieger Schwung nimmt und kurz vor ihr in den sommerblauen Himmel abhebt, „Vejrø ist nur per Privatflugzeug zu erreichen und mit unserem Bootsshuttle“, sagt sie. Und dann erzählt sie weiter: Von der kleinen Insel, die hier im dänischen Inselmeer zwischen Seeland und Lolland schwimmt, und die seit sechs Jahren dem dänischen Bankier Kim Fournais gehört.

Eigentlich könnte die Geschichte an diesem Punkt uninteressant werden, ja, geradezu langweilig. Wer will schon Details darüber lesen, was ein Banker aus seinem Flecken Land macht? Doch wer seinen Fuß auf das kleine Eiland zwischen Seeland, Lolland und Fünen setzt, schiebt derlei Gedanken schnell beiseite. Denn man sieht sofort: Vejrø wird mit viel Liebe gestaltet. …

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Iles d’Hyéres: ein Reich für sich

Les Iles d’Or, die goldenen Inseln, so werden die Iles d’Hyeres auch genannt, die vor der französischen Riviera im azurblauen Meer schwimmen

Es ist diese Geschichte, die einen zu allererst gefangen nimmt, die Geschichte von Sylvia und Francois-Joseph Fournier. “Möchtest Du die Insel haben?”, hat er sie gefragt, damals, 1912. Sie hat ja gesagt, schließlich war sie Mitte zwanzig und frisch verliebt. Da blätterte ihr Francois-Joseph eine Million Francs auf den Tisch und machte ihr Porquerolles zum Hochzeitsgeschenk. Ein Insel mitten im Mittelmeer.

Vielleicht ist es deshalb noch so romantisch hier. Vielleicht aber auch, weil die Îles d’Or, zu deutsch, die ‚Goldenen Inseln‘ ihre Zukunft verschlafen haben. Denn während ein paar Kilometer weiter nordöstlich, rund um Cannes und Nizza, die Hotels in den Himmel gewachsen sind, ist hier das meiste geblieben, wie es war. Friedlich. Idyllisch. Ursprünglich.

Wie ein Frühstückshörnchen schwimmt Porquerolles im Meer. Am runden Inselrücken stürzen steile Felsen ins Wasser. Und auf der flachen Seite locken feine, weiße Sandstrände. „Mehrere Dutzend dieser Sandnischen gibt auf Porquerolles“, erzählt Madame Giglione, die Chefin im Hause ‚Relais de la Poste‘, einer kleinen Pension am Dorfplatz. . Sogenannte ‚cirques‘ – kleine Ecken in Felsen, versteckte Buchten zwischen Klippen, magische Orte zwischen dunkelgrünem Hintergrund und unverschämt blauem Wasser. Und dann ergänzt die Mittfünfzigerin mit den wasserblauen Augen, dass es ein Sport sei, sie zu finden, auch unter Einheimischen. …

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Ligurien: Italiens heiße Küste

Ligurien gehört touristisch zu den italienischen Highlights – dank 300 Küstenkilometern, Sandstränden und Städten wie Portofino, Genua & Co

Für manche Menschen hat Giovanni di Pazza überhaupt keinen Blick. Breitbeinig, mit schwarzem, nach hinten gekämmtem Haar und dunkler Sonnenbrille sitzt er auf einer Bank am Hafen. Sortiert die Menschen in zwei Schubladen, bekannt oder nicht. Den kleinen Fähranleger zu seiner Linken und vor sich die Mole mit den blankpolierten Megayachten, schaut er jedem ins Gesicht, der über den Wasserweg hierher kommt. Und heute, so kursiert ein Gerücht, soll das Mel Gibsen sein. “Ich bin sicher, es stimmt”, meint Giovanni und läßt dabei die große Yacht, die gerade einläuft, nicht aus den Augen. “

Giovanni die Pazza ist Paparazzi und regelmäßig in Portofino, weil in Portofino regelmäßig Berühmtheiten die schmale Hafenmole auf- und abflanieren. Berlusconi hat er hier schon vor die Linse bekommen und jede Menge Leute aus dem internationalen Showbusiness. Manche waren nur auf einer kurzen Stippvisite, andere auf dem Weg zu einem Millionärs-Anwesen, von denen sich Dutzende im dichten Grün verstecken.

Portofino, der Nobelort an der italienischen Riviera, ist weiß Gott nicht das einzige Juwel an der Italienischen Riviera. Denn Riviera – vom französischen rivière abgeleitet – steht für eine Halskette, für ein Collier mit vielen wertvollen Diamanten. Und davon gibt es rund 50 zwischen der französischen Grenze im Westen und der toskanischen Küste ganz im Osten …

Plus Zusatzelement: die schönsten Seebäder

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Ischia: Ist das heiß!

Früher kamen fast ausschließlich Best-Ager nach Ischia. Sie kurierten auf der Mittelmeerinsel ihre Knochen- und Muskelschmerzen. Doch Ischia ist viel mehr als nur ein Eiland voller Thermalquellen

Langsam trocknet der Schlamm in der Sonne. Die Haut spannt sich unter der feuchten Schicht, ein Kribbeln breitet sich aus und kriecht von der Brust über den Hals und das Gesicht bis zur Stirn hinauf. “Wenn es getrocknet ist, könnt ihr es abspülen”, sagt Pietro, und deutet auf das Meerwasser. Wellen klatschen leise gurgelnd gegen die rauen, grauen Felsen. Pietro kniet sich nieder und wäscht sich seine Hände im warmen Meer, dann packt er seine Utensilien zusammen, einen Schwamm, ein Handtuch, Handcreme. Er ist eine Art fliegender Händler für Gesichtsmasken, er hat den jungen Italienerinnen den heilenden Schlamm aufgetragen und macht sich gleich auf die Suche – nach den nächsten Kunden.

Das Meerwasser, so erzählt Pietro noch, sei hier in der Sorgeto-Bucht im Süden von Ischia schön warm, eine Thermalquelle heize es auf. 90 Grad Celsius ist das Wasser heiß, das unten aus dem Felsen kommt und ins Meer sprudelt. Man hat mit Gesteinsbrocken Bassins gebaut, in denen die Italienierinnen gleich im Thermalwasser vor sich hinköcheln können. Wie viele dieser Quellen gibt es auf dieser Insel? Pietro lacht und wirft seinen Kopf in den Nacken, “was für eine Frage!”, sagt er. “Sehr viele! Auf jeden Fall über hundert!” 

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Portugal: Im Land der Korkeichen

Im Alentejo gibt es endlose und einsame Strände, kleine, geschichtsträchtige Orte und mehr Korkeichen als irgendwo sonst auf der Welt

„Was haben Weinflaschen und die Raketen der Nasa gemeinsam?“, fragt Luís Dias seinen Gast gern, kaum dass der angekommen ist. Meist lässt er ihm ein paar Minuten Zeit, damit sein Gegenüber nachdenken kann, ganz in Ruhe, doch irgendwann hakt er nach: „Sie wissen es nicht?“ Das ist der Moment, in dem der Portugiese den Blick des Besuchers in den Wald hineinlenkt, zu den leicht verknöcherten Bäumen, die dort ihre krummen Äste in den sommerblauen Himmel recken. „Beides ist mit unserem Kork versehen“, sagt der graumelierte Portugiese dann und macht eine kleine Pause, damit der Satz nachhallen kann. „Die Weinflaschen werden mit unserem Kork verschlossen. Und die Raketen der Nasa sind mit portugiesischem Kork gedämmt.“

Luís Dias‘ Korkeichen befinden sich im Alentejo im Süden Portugals, in der Region, die als die wilde Ecke Portugals gilt. Während sich an der nahe gelegenen Algarve Urlauber an den Stränden drängen, scheinen die sandigen Streifen des Alentejo nahezu endlos und oft menschenleer. Unablässig rollen hier schäumende Atlantikwellen an Land, sie locken in erster Linie Surfer an, die sich weit draußen an ihre Bretter klammern und auf die nächste Welle warten. Dahinter wellt sich das weite, leere Land bis zum Horizont, hier und da breitet sich ein Pinienwäldchen aus und eben auch jene ‚montados‘, die Korkeichenwälder, für die dieser Landstrich bekannt ist. …

 

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Mallorcas schönste Buchten

Mehr als 180 Strände und Buchten verteilen sich auf Mallorcas 560 Kilometer Küstenlinie: endlose Traumstrände, kleine sandige Nischen, gewaltige Felsenbuchten. Sieben Buchten für jeden Geschmack

1) Cala Portals Vells
Es gibt Menschen, die reisen schon seit Jahren nur aufgrund dieser drei Buchten nach Mallorca. Die landen in Palma und machen sich schleunigst auf den Weg – in die Cala Portals Vells. Denn hier haben sie drei Bilderbuch-Buchten auf einen Schlag.
Der Pinienwald duftet, die Bäume krallen ihre Wurzeln fast bis ans Ufer in den trockenen Boden. Dazwischen graben sich die Buchten ins Land, kleine Nischen, in deren Scheiteln sich sandige Flächen ausbreiten, einer kaum breiter als 20 Meter. Und die verbunden sind durch flache Felsen, auf denen Sie ebenfalls wunderbar ihr Handtuch ausbreiten können.

Unbedingt mitnehmen: ‚Der Magus‘ von John Fowles, das Buch ist die Vorlage für den Film ‚The Magus‘ mit Michael Caine und Anthony Quinn, der 1967 in dieser Bucht gedreht wurde.
Tipp für zwischendurch: Zu den Höhlen im Süden der Bucht klettern oder schwimmen, dort befindet sich die Grottenkirche‘ Cova de la Mare de Deu‘ mit ihrem historischen Altar.
Lage: im Südwesten, rund 5 Kilometer südlich von Magaluf.

Die sechs weiteren Buchten: Sa Foradada, Cala Figuera (die nördlichste Bucht Mallorcas), Cala Mesquida, Cala Petita, Cala Barcas und Cala Pi.

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Slowenien:Piran

Die malerische Kleinstadt Piran an der Adriaküste gilt noch als Geheimtipp 

Am besten, man geht frühmorgens hin, wenn die Sonne noch tief steht und die Luft zwischen den großen alten Häusern noch kühl ist. Dann sind die Männer an den Marktständen noch frisch und wohlgelaunt. „Die müssen Sie probieren“, sagt Marjan, ein Mittfünfziger mit graumeliertem, krausen Bart und schneidet eine Orange auf. Der Saft tropft auf das braun lackierte Holz, er hält eine Hälfte hin, sagt, „schließen Sie die Augen und schmecken Sie!“ und tupft sich die Hände ab. Danach löffelt er eine Avocado aus, und schwärmt weiter: „Das alles ist unter unserer Sonne gereift!“

Morgens steht Marjan auf dem Marktplatz von Piran an einem der 15 Holzstände, fünf, sechs Tage die Woche verkauft er hier, was rund um sein Haus wächst, Orangen, Avocados und Zitronen, Gurken und Salatköpfe, auf denen noch der Morgentau glitzert. Die meisten Kunden kenne er sein Leben lang, sagt er, die meisten sind Einheimische, im Sommer allerdings mischen sich mehr und mehr Touristen darunter.

Dabei ist Piran noch gar nicht richtig verzeichnet auf der touristischen Landkarte. Eigentlich ist dieser kleine Küstenort an der gerade mal 46 Kilometer langen Küstenlinie Sloweniens noch weitgehend unbekannt, viel unbekannter auf jeden Fall als die Nachbarorte Izola, Koper und Portoroz.

Piran, das ist ein kleines postkartenschönes Städtchen mit einer autofreien Altstadt, in der nicht mal 5000 Manschen leben …

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Vier griechische Inseln im Porträt

Rund 2.500 Inseln schwimmen in der Ägäis, große, kleine, wilde, sanfte, schroffe, karge und grüne. Bleibt nur eine Frage: Welches Eiland ist das richtige für mich? Die Antwort ist nicht schwer, denn: In diesem Quartett findet garantiert jeder seine Lieblings-Insel

Ios – die Party-Insel
Am Tag wirkt Ios ein bisschen wie Dithmarschen am Wochenende. Der Hauptort Chora ist ein verschlafenes Dörfchen, die Gassen sind leergefegt, die Fensterläden zugeklappt. Spätnachmittags schlurfen ein paar Alte durch die verwinkelten Gänge zwischen den weißen Kubushäuschen, den Kapellen und Kirchen, und hin und wieder sieht man einen Urlauber träge an seinem starken griechischen Kaffee nippen. Aber plötzlich, ungefähr gegen Sonnenuntergang, schält sich ein seltsames Bild aus der Dämmerung. Neon-Schilder flackern auf, Tische werden rausgeschleppt, aus den ersten Bars dröhnt Musik. Und das Bilderbuchstädtchen oben auf dem Hügel verwandelt sich in eine einzige Freiluftdisco. …

Unterkommen Laut und lebendig geht es im ‚Princess Sissi‘ (Tel. & Fax 0286-91244) zu, einer kleinen Pension am Stufenweg zwischen Gialos und Chora, DZ ab 20 Euro.
Essen & Trinken Leckere Kleinigkeiten stehen im ‚O Lordos Byron‘ in Chora auf der Speisekarte. Wer keinen der 30 Plätze ergattert, sollte ins ‚Pithari‘ ausweichen (auf dem Kirchplatz), wo man nach griechischer Tradition aus dem Kochtopf aussucht.  …

Die vier Inseln Symi, Hydra, Paros und Ios im Porträt – mit vielen Service-Infos.

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Mallorcas ruhiger Südwesten

Mallorca, das steht für Ballermann und Bettenburgen, für Tourismus und Trubel. Doch im Südwesten zeigt Mallorca ein ganz anderes Gesicht, ein einsames, wildes, romantisches …

Die Sonne schickt milchige Strahlen über das Meer, es ist noch früh am Tag. Ein paar Einheimische trinken ihren ersten, kurzen Kaffee, Fischer fachsimpeln im kleinen Hafen, ein Hafenkatze streunt herum. Dann schmeißt der Kapitän, ein älterer Grauhaariger, die Maschine an und die Leinen los, und sein weiß-blau gestrichenen Fischerboot lässt Sant Elm hinter sich.

Sant Elm, so heißt es, war früher einmal das Lieblingsversteck der Piraten. Vor rund 500 Jahren begaben sie sich von hier aus auf ihre Raubzüge. Sie schätzten den Ort, weil er der abgelegenste weit und breit war, und weil sie von hier aus schnell auf die vorgelagerte Insel schippern konnten, um ihre Beute zu verstecken. Abgelegen ist Sant Elm noch heute, nur eine schmale, kurvige  Straße führt von Andratx aus in den 80-Seelen-Ort. Statt der Piraten allerdings bilden heutzutage die Individualreisenden die Mehrheit, sie nehmen den Sandstrand in Beschlag, der klein und zauberhaft ist. Manche von ihnen kraulen von hier aus auf die winzige Felseninsel Es Pantaleu. Oder sie suchen einen noch ruhigeren Flecken und legen mit dem Fischerboot ab – Richtung Isla Dragonera.

Die Dracheninsel. Wild und schroff liegt sie da wie ein Drache, den Kopf von Mallorca abgewandt und den zackigen Rücken gen Nordosten ausgestreckt. …

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Europa: acht zauberhafte Strände

Acht Traumstrände für jeden Geschmack: groß oder klein, einsam, wild oder erschlossen, von Felsen umzingelt oder von Palmen gesäumt, nur eines haben alle acht Strände gemeinsam: sie sind watteweich und puderzuckerweiß

Traumstrand mit Tropenflair
Ölü Deniz, Türkei
Türkisfarbenes Wasser, das in kleinen Wellen am Land schleckt, dazu schneeweißer Sand der Kategorie ‚extra fein‘. Wer in der türkischen Lagune Ölü Deniz (etwa 15 Kilometer südlich von Fethiye) seine Füße in den Sand bohrt und die Augen einmal rundherum wandern läßt, fühlt sich wie an einem tropischen Traumstrand. Allein die zerklüftete Felsküste, die sich gegenüber des Strandes in den sommerblauen Himmel erhebt, scheint etwas fehl am Platz (doch für Schnorchler ist sie ein wahres Eldorado!). Aber wahrscheinlich werden Sie ohnehin kaum Zeit haben, die Umgebung zu bewundern. Denn wahrscheinlich werden Sie unentwegt im seichten Wasser vor dem Strand von Belcegiz planschen.
Infos: Es gibt Liegestühle, Sonnenschirme und Strandbars, dazu nahezu alle erdenklichen Wassersportmöglichkeiten. Weitere Infos: Türkisches Fremdenverkehrsamt, Tel. 069-233081, www.reiseland-tuerkei-info.de.

Weitere Strände: Ahlbeck und Bansin, Usedom + Schiermonnikoog, Niederlande + Düne von Pyla, Cote d’argent, Frankreich + Calella de Palafrugell, Spanien + Es Trenc, Mallorca, Spanien + Insel Giglio, Italien + Tropea, Italien

 

 

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Kapverden: Afrika für Anfänger

15 Inseln gehören zu den Kapverden, sie schwimmen vor der westlichen Küste Afrikas im Atlantik und sind schroff und überwiegend unerschlossen

Sie sitzt auf ihrem kleinen Hocker, die Füße in Flipflops, ein buntes Tuch um die Hüfte geschlungen, in der Hand ein spitzes Messer, mit dem sie auf die große Plastikwanne zu ihren Füßen deutet. Ein breites Lächeln huscht über ihr Gesicht, sie stämmt ihren massigen Körper in die Höhe, „que deseja?“, fragt sie, was möchten sie? Zur Auswahl stehen gepökelte Fliegende Fische und Thunfische, ebenfalls getrocknet und mit einer Salzkruste überzogen.

Die Thunfische hat ihr Mann in der Nacht gefangen, erzählt die dunkelhäutige Mittvierzigerin später, sie ziehen durch die Meerengen zwischen den Inseln und gehen den einheimischen Fischern ins Netz. Doch für Europäer ist der Anblick der steifen, trockenen Fische gewöhnungsbedüftig, die meisten gehen vorüber, schlendern weiter, die Hauptstraße von Porto de Tarrafal entlang auf der Insel Sao Nicolau, im Norden des Archipels.

Die Cabo Verde (übersetzt: das grüne Kap) vor Westafrika bestehen aus 15 Inseln, nur neun sind bewohnt und alle sind ganz unterschiedlich: Manche sind grün und hoch und von üppiger Vegetation überwuchert, andere sind trocken und staubig und seit Jahren ohne Regen. Es gibt Inseln mit pechschwarzen Stränden und welche, deren Ufer weiße Traumstrände säumen. Es gibt Dörfer, in denen die Uhren schon seit Jahren stehen geblieben zu sein scheinen und solche, in denen sich Urlauber tummeln. …

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Kroatiens Toskana: Istrien

Istrien ist eine wahre Naturschönheit – und zwar an der Küste und im Hinterland gleichermaßen

Grün wellt sich das Land bis zum Horizont, Zypressen recken sich kerzengerade in den sommerblauen Himmel, Grillen zirpen, in der Ferne kläfft ein Hund. Ist es nicht ein bisschen wie in der Toskana hier? Damir, ein alter Bauer aus Livade, nickt, „ja“, sagt er, „ein bisschen, aber unsere Städte sind nicht so rausgeputzt wie die toskanischen Orte. Hier sieht es immer noch aus wie vor Hunderten von Jahren!“ Damir lächelt breit und brummt ein „Arrivederci“ zum Abschied. Man lebt zweisprachig hier in Nordistrien, man grüßt mit der kroatischen Variante „Dober dan“ oder auch mit einem italienischen „Buon giorno“, ganz egal, auch die Straßenschilder sind zweisprachig.

Istrien, das ist in erster Linie durch seine Küstenorte bekannt, durch die kleinen Perlen mit ihren malerischen alten Palazzi, mit den glänzenden Plätzen und holprigen Gassen. Durch das kleine Umag im Norden beispielsweise, durch Novigrad, Porec und Vrsar. Und natürlich durch das postkartenschöne Rovinj, eine der schönsten Städte ganz Istriens. Durch die fast 450 Kilometer Küstenlinie, an deren Ufer die Adria plätschert, die so sauber ist, dass schon Jacques Cousteau sie für das sauberste Meer weit und breit hielt.

Doch zuerst ins Innenland, weil auch das einen Besuch wert ist. Damirs Heimat Livade zum Beispiel, ein kleines Dorf mit ein paar Straßen nur, an denen steinalte Häuser stehen. Und das umgeben ist von Wäldern, in denen Trüffel wachsen …

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Kroatien: Hvar

Hvar bietet quirlige Küstenstädtchen, verschlafene Dörfer und viele, viele zauberhafte Buchten. Bleibt nur eine Frage: Wo ist es am schönsten?

Wenn Plätze reden könnten, würde dieser hier eine Menge erzählen. Er würde von römischen Legionären plaudern, die einst auf platten Sohlen über die weißen Marmorplatten geschlurft sind. Von den Veneziern, die um ihn herum prächtige Palazzi erbaut haben. Er würde damit prahlen, dass sich heutzutage Prominente aus aller Welt auf ihm tummeln, Brad Pitt und George Clooney, die Klitschkos, Hugh Grant und viele mehr, und wahrscheinlich würde er am Ende behaupten: Ich bin der Schönste im ganzen Land!

Schon den dritten Tag bin ich nun auf Hvar, auf jener Insel, die laut dem US-Magazin Forbes zu den Top Ten der schönsten Inseln der Welt gehört. Hvar, so hieß es dort, sei so bezaubernd wie die Bahamas, Hawaii und die Malediven. Für Hvar-Stadt, die Inselhauptstadt, kann ich das schon mal bestätigen, die habe ich drei Tage lang durchkämmt. Ich habe die Lavendelplantagen durchstreift und war in jeder Gasse. Ich habe die inseleigenen Feigen gekostet und den Rosmarinhonig. Und ich habe endlose Stunden auf den warmen Marmorplatten des Hvarska Pjaca gesessen – den Hafen im Blick, die großen Yachten und die Fähren, die unentwegt Urlauber ein- und ausladen. „Aber wo genau ist es am schönsten?“, frage ich Elena später, als sie gerade Drachenköpfe aus den Netzen ihres Mannes fingert. Elenas Mann Tomas, der Fischer, denkt kurz nach, dann wischt er sich die Schuppen von den Händen und kritzelt mir ein paar Namen auf einen Zettel. …

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Ile de Ré: eine Insel zum Bleiben

Nur einen Steinwurf von La Rochelle entfernt schwimmt Frankreichs Sylt
im Atlantik – die Île de Ré, genauso mondän und mindestens genauso zauberhaft 

Es wären nur drei Kilometer gewesen. Drei Kilometer! Rauf auf die Fähre, zehn Minuten Überfahrt, runter von der Fähre, und sie hätte das Land jenseits des Meeres gesehen. Madame Bessot gießt die Geranien vor ihrem Häuschen und zupft ein paar welke Blätter vom Oleanderstrauch. Dann sinkt sie ein wenig schwerfällig auf die kleine grüne Holzbank im Schatten der alten Pinie. Was für eine Idee!, scheint sie zu denken und schnauft einmal tief durch. “Ich habe meine Insel niemals verlassen! Nicht per Schiff und auch nicht über die Brücke! Warum, um Gottes Willen, hätte ich das tun sollen, pourquoi, mon Dieu?”

Bei Gott, sie hätte viele Gründe gehabt, ihr Eiland einmal zu verlassen. Sie hätte einen Blick auf das seichte Wasser werfen können, das die Insel umhüllt wie ein weiches Laken. Auf die morschen, schwarzen Holzstümpfe, die sich mit jedem Niedrigwasser aus dem Meer schälen, und an denen sich Austern festklammern wie Ertrinkende an einem Strohhalm. Auf La Rochelle. Oder auf Rochefort. Stattdessen ist sie hier geblieben, 87 Jahre lang. Auf einer Insel, die gerade mal 30 Kilometer lang ist und an ihrer schmalsten Stelle nur 70 Meter misst.

Die Île de Ré, sagt man, ist eine Île de Blanche, eine weiße Insel. Die Fischerhäuschen in den kleinen Dörfern sind weiß gekalkt und der Oleander blüht hier weißer als irgendwo sonst auf der Welt. …

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Marseille und die Calanques

Marseille hatte lange Jahre einen schlechten Ruf. Dann bekam die Stadt einen Nationalpark vor der Tür und wurde auch noch Kulturhauptstadt. Jetzt ist Marseille eine Bilderbuchstadt

Es ist kurz nach neun, die Sonne wirft gerade ihre ersten milchigen Strahlen über die Häuser und auf den Fischmarkt. Michel steht von seinem Klappstuhl auf und streckt seine alten Glieder, er fängt an zu reden, er erzählt von Marseille, von seinem Leben als Fischer und zeigt Fotos aus längst vergangenen Zeiten. Michel auf seinem Boot. Michel mit seiner Frau. Michel, im Hintergrund der Marseiller Hafen. Vor ihm liegen kleine, getrocknete Seepferdchen, die er für fünf Euro das Stück an den Mann zu bringen versucht. Irgendwann zeigt er sein Schönstes, es steckt in seiner karierten Schirmmütze. Michel legt es sich auf die Hand, sagt, „das trage ich immer bei mir, „pour le bonheur“, als Glücksbringer.

Autos schieben sich hupend vorbei und um den alten Hafen herum, den Vieux-Port, in dem Segel- und Motoryachten schaukeln, Fischerboote und kleine Fähren. Lange Zeit haben die karamelbonbonfarbenen Fassaden der ältesten Stadt Frankreichs beim Verfall zugesehen. Jahrzehntelang galt Marseille als Wrack. Die Ölkrise. Die hohe Arbeitslosigkeit. Einwanderungswellen, die unkontrolliert über die Stadt hinwegschwappten, sie fast überrollten. Und jetzt? Jetzt hat Marseille sich neu erfunden. Die alten Sandsteinhäuser sind herausgeputzt, der Hafen ist blitzblank, direkt neben Michel und dem Fischmarkt ragt nun ein neues, megamodern scheinendes Sonnendach in den blauen Himmel, das die Spiegelbilder der Spaziergänger einfängt. …

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Segeln: British Virgin Islands

Die (BVI’s) gelten als das beliebteste Segelrevier der Karibik. Auf der einen Seite brandet der Atlantische Ozean, auf der anderen plätschert das Karibische Meer

Beim Anflug mit der kleinen Propellermaschine sieht man sie als verstreute grüne Tupfer im tiefdunkelblauen Meer. Mal groß und bergig, mal klein und hügelig, mal winzig und flach. Auf einigen wuchern Mangroven bis ans Ufer, andere sind umgeben von Korallenbänken. Fast alle zieren weiße Sandstrände und vom Passatwind gebogene Palmen. Über 60 Inseln zählen zu den British Virgin Islands (kurz: BVI’s), zu dieser kleinen, britischen Kolonie, auf der die englische Königin Staatsoberhaupt ist.

Über 700 Charteryachten kreuzen durch den winzigen Staat, so viele wie in keinem anderen Karibikrevier. Viele von den Booten sind mit Skipper und Köchin unterwegs, die den Gästen die Arbeit abnehmen.

So wie David und Dawn Shawn aus England. Sie segeln für den weltgrößten Charteranbieter Moorings einen 15 Meter langen und sieben Meter breiten Katamaran und haben Platz für bis zu sechs Gäste. David kennt das Revier seit 16 Jahren, er weiß, warum gerade diese kleine Inselgruppe so angesagt ist: „Die BVI’s erfüllen alle Erwartungen und Wünsche an ein tropisches Traumrevier“, sagt er, „Bilderbuchstrände sind hier nicht die Ausnahme, sondern die Regel.“ Dazu gelten die Inseln als geradezu ideal für Segeleinsteiger. „Die Distanzen sind kurz, die Gewässer vor den großen Atlantikwellen geschützt und die Infrastruktur ist für segelnde Besucher enorm abwechslungsreich“, bringt er die Trümpfe der BVI’s auf den Punkt. …

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Portugals wilder Westen

Eine 200 Kilometer lange Küstenlinie und fast 100 Strände: Die portugiesische Algarve und die benachbarte Region namens Alentejo sind echte Bade- und Surfparadiese. Man muss nur die richtigen Ecken und Strände kennen. Eine Familienreportage

Sonne und Strand – das ergibt zusammen einen wunderbaren Familienurlaub. Das ist ein Gesetz, tausendfach, nein, millionenfach überprüft. „Man kann mit Portugal gar nicht falsch liegen“, hatte mein Mann Micha argumentiert, „da scheint nämlich ununterbrochen die Sonne und es gibt Strände in Hülle und Fülle.“

Andererseits: Die Algarve soll ziemlich voll sein. Handtuch an Handtuch schmoren die Urlauber an den Stränden, heißt es, „und da sollen wir hinfahren?“ Mein Mann hatte abgewunken, wie Männer gern mal abwinken. „Ich kenne mich da aus“, hatte er gesagt, „ich weiß, welche Strände schön sind.“ Jetzt, Monate später, steuern wir einen jener Strände an, heiße, salzige Luft strömt ins Wageninnere, Johannisbrotbäume flitzen am Fenster vorbei, „ich höre das Meer rauschen!“, freut sich Jakob (7). Und Nora (10) und Tim (13) stellen die Frage aller Fragen: „Wann sind wir da?“

Portugals Algarve macht die Antwort leicht, denn: Der nächste Strand ist nie weit entfernt. Insgesamt 95 sandige Abschnitte verteilen sich auf die 200 Kilometer Küstenlinie, einer davon: Der Praia da Marinha ganz in der Nähe unseres Feriendomizils in Carvoeiro, zwei sandige Nischen, die eingerahmt sind von hochhaushohen Felswänden. Kleine Wellen schwappen auf goldgelben Sand. Wir sehen Fische auseinanderstieben, sammeln Muscheln und planschen stundenlang im erfrischenden Meer. …

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Istrien for family

Malerische, geschichtsträchtige Städte, dazu die warme, azurblaue Adria – Istrien bietet ideale Voraussetzungen für perfekte Familienferien

Hätte ich keine Kinder, wäre ich schon am ersten Morgen hingefahren, gleich nach Sonnenaufgang. Ich wäre durch die schmalen Gassen mit dem abgelaufenen Pflaster geschlendert, früh morgens, wenn sie noch den Einheimischen gehören, den Alten, die um diese Zeit vor ihren Häusern hocken und starken Kaffee schlürfen. Ich hätte einen Cappuccino in einer kleinen Bar getrunken. Und ich wäre die erste an den Marktständen gewesen, von deren hölzernen Klappdächern Ketten aus Knoblauch und roten Peperoncini baumeln.

Aber ich habe Kinder, drei, wohne daher nicht mittendrin sondern eher außen vor, zumindest die ersten Tage, und muss noch vor dem ersten Café Latte Diskussionen führen. „Was willst Du denn da?“, will Tim (11) wissen, und seine Stimme, die Art, wie er dieses ‚da’ betont und langzieht, lässt keinen Zweifel daran, dass er meine Idee für eine Schnapsidee hält, bestensfalls. „Nach Rovinj! Häuser anschauen! Und Kirchen! Mensch Mama!“ Er muss sich nicht bemühen, die Geschwister auf seine Seite zu ziehen. Nora (8) lässt die Mundwinkel hängen, als würde sie im Wettstreit mit einem Boxer stehen, und Jakob (5) schmeißt sich auf den Boden. „Ich will aber nicht in eine Stadt, ich will keine Kirchen angucken! Ich will schwimmen!“ Ich zähle stumm vor mich hin, 21, 22, 23, denke, nur die Ruhe, und packe eine Tasche zusammen mit allem, was man so braucht für einen Familien-Tagesausflug in ein Städtchen. Sie werden schon sehen. …

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Türkei: Gulet

Wer eine ‚Blaue Reise’ bucht, erlebt die Türkei abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Von Bord einer Gulet aus, eines traditionellen, hölzernen Schiffes

Eigentlich ist Mehmet ein Kapitän, wie man ihn sich vorstellt. Die Haut ist braungebrannt, die Statur ist kräftig und die Stimme dunkel, er strahlt Ruhe aus, wahrscheinlich sogar, wenn um ihn herum ein Sturm tobt. Nun aber sitzt er auf der Reling und schüttelt den Kopf, dass die türkische Filterzigarette im Mundwinkel hin- und herwippt. Ins Meer springen? „Hayir, hayir“, sagt er, nein, nein, das tue er auf gar keinen Fall. Schon gar nicht im Frühsommer.

Die Worte des Kapitäns tragen nicht gerade dazu bei, dass sich mein Puls beruhigt, im Gegenteil. Ein dumpfes Pochen kriecht meinen Hals hinauf und hämmert seinen Takt in meine Ohren. Ein paar Meter unter mir gurgelt das Meer, silberne Schatten flitzen vorüber, ich denke an den kurzen Schock, der mich erzittern lassen wird, wenn ich eintauchen werde. Aus der Tiefe schimmern Felsen, ich zähle: eins, zwei, drei! Und springe tatsächlich. Hinein in eine dieser Bilderbuch-Buchten, die jeder von Postkarten kennt: ringsherum Hügel, in deren kargen Boden Kiefern ihre Wurzeln krallen, Felsen, von tintenblauem Wasser umspült, und mittendrin schaukelt ein hölzernes Schiff.

Eine Kreuzfahrt auf einer türkischen Gulet, in diesem Fall, auf der ‚Mehmet Kaptan 4’. Eine Woche lang wird uns Kapitän Mehmet (44) durch den Golf von Fethiye schippern …

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Belize – zum Stranden schön

Sind Sie reif für 175 Inseln? Dann sollten Sie unbedingt nach Belize fliegen. Das kleine mittelamerikanische Land bietet einen Karibik-Cocktail, der süchtig macht

Es ist alles nur eine Frage der Zeit. Bis sich der Sand zwischen die Zehen gesetzt und das Salz auf die Haut gelegt hat. Bis das badewannenwarme Meer einen in den Zustand willenloser Döserei geschaukelt hat und das Leben wunderbar ist und gar nicht mehr schwer. Und nur noch Fragen zählen wie diese: Esse ich heute abend Lobster? Kreolischen Kokosnußreis? Oder lieber doch Trompetenmuscheln?

Bei streßgeplagten Europäern dauert es meist nur wenige Minuten, bis Belize sie eingehüllt hat mit dem perfekten Karibik-Glück. Denn in dem Land, das an Mexiko und Guatemala grenzt, scheinen Ruhe und Entspannung oberstes Verfassungsziel zu sein – auch im politischen Alltag. Unterdrückung und Korruption im großen Stil, die Geißeln mancher Nachbarstaaten, sind im früher British-Honduras genannten Belize unbekannt. Seit dem Unabhängigkeitstag, dem 21. September 1981, gilt die einzigste englischsprachige Enklave Mittelamerikas neben Costa Rica als Musterdemokratie der Region. Und als Vorbild für Umweltbewußtsein: 40 Prozent der spektakulären Landschaft wurden in den letzten 30 Jahren unter Naturschutz gestellt. Belize setzt auf sanften Tourismus, auf kleine Resorts statt auf große Hotelburgen.

Am besten läßt sich das auf den Cayes (gesprochen: “kiiis”) beobachten, auf kleinen, von Wasser umspülten, sandigen Inselchen. 175 davon schwimmen vor der Küste in der endlosen Weite des Karibischen Meeres, Tobacco Caye zum Beispiel …

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Rømø, Dänemark

Ein Besuch auf der dänischen Insel Rømø, die nur einen Steinwurf von Sylt entfernt liegt, aber doch ganz anders ist

Die alte Weißhaarige, die schon hierher kommt, seitdem sie denken kann, sagt, wenn Rømø ein Mensch wäre, wäre es wahrscheinlich eine Dame vom Lande, mittleres Alter, grundsolide, sportlich, aufgeschlossen. Vielleicht, meint die Alte, wäre sie ein bisschen unmodern, das schon, aber nett wäre sie. Sie würde wert legen auf Natürlichkeit, wahrscheinlich auch auf gute Ernährung. Sie würde Krabben essen, die, für die Rømø bekannt ist. „Aber Austern würde sie verschmähen“, da ist sie sich sicher, „die schmecken zu sehr nach Sylt.“

„Rømø ist eine gute Insel“, sagt sie. Rømø verspricht nichts, was es nicht halten kann. Es ist einfach eine Insel, platt wie eine Flunder und struppig. Die Häuser stehen kreuz und quer über das Eiland verteilt, hier ein paar und dort ein paar, „schöne Häuser“, sagt die Alte und nickt bedächtig, „wahre Prachtstücke gibt es hier.“ Die Dörfer lassen auf den ersten Blick keine Struktur erkennen, haben keinen Platz, auf dem man sich treffen könnte. „Hier wohnt ja auch kaum noch jemand.“

Das stimmt. Knapp 600 Einwohner sind übrig geblieben auf Rømø, „vor 10 Jahren waren es noch mehr als 2000“, erinnert sich Bodil Glistrup Thomsen, Tourismus- und Entwicklungschefin der kleinen, dänischen Insel, die gerade mal zwei Kilometer nördlich von Sylt liegt. „Aber es ist wie auf vielen kleinen Inseln, die Jungen gehen aufs Festland, studieren, machen eine Ausbildung. Und kommen selten zurück.“ …

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