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Kroatiens Toskana: Istrien

Istrien ist eine wahre Naturschönheit – und zwar an der Küste und im Hinterland gleichermaßen

Grün wellt sich das Land bis zum Horizont, Zypressen recken sich kerzengerade in den sommerblauen Himmel, Grillen zirpen, in der Ferne kläfft ein Hund. Ist es nicht ein bisschen wie in der Toskana hier? Damir, ein alter Bauer aus Livade, nickt, „ja“, sagt er, „ein bisschen, aber unsere Städte sind nicht so rausgeputzt wie die toskanischen Orte. Hier sieht es immer noch aus wie vor Hunderten von Jahren!“ Damir lächelt breit und brummt ein „Arrivederci“ zum Abschied. Man lebt zweisprachig hier in Nordistrien, man grüßt mit der kroatischen Variante „Dober dan“ oder auch mit einem italienischen „Buon giorno“, ganz egal, auch die Straßenschilder sind zweisprachig.

Istrien, das ist in erster Linie durch seine Küstenorte bekannt, durch die kleinen Perlen mit ihren malerischen alten Palazzi, mit den glänzenden Plätzen und holprigen Gassen. Durch das kleine Umag im Norden beispielsweise, durch Novigrad, Porec und Vrsar. Und natürlich durch das postkartenschöne Rovinj, eine der schönsten Städte ganz Istriens. Durch die fast 450 Kilometer Küstenlinie, an deren Ufer die Adria plätschert, die so sauber ist, dass schon Jacques Cousteau sie für das sauberste Meer weit und breit hielt.

Doch zuerst ins Innenland, weil auch das einen Besuch wert ist. Damirs Heimat Livade zum Beispiel, ein kleines Dorf mit ein paar Straßen nur, an denen steinalte Häuser stehen. Und das umgeben ist von Wäldern, in denen Trüffel wachsen …

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Kroatien: Hvar

Hvar bietet quirlige Küstenstädtchen, verschlafene Dörfer und viele, viele zauberhafte Buchten. Bleibt nur eine Frage: Wo ist es am schönsten?

Wenn Plätze reden könnten, würde dieser hier eine Menge erzählen. Er würde von römischen Legionären plaudern, die einst auf platten Sohlen über die weißen Marmorplatten geschlurft sind. Von den Veneziern, die um ihn herum prächtige Palazzi erbaut haben. Er würde damit prahlen, dass sich heutzutage Prominente aus aller Welt auf ihm tummeln, Brad Pitt und George Clooney, die Klitschkos, Hugh Grant und viele mehr, und wahrscheinlich würde er am Ende behaupten: Ich bin der Schönste im ganzen Land!

Schon den dritten Tag bin ich nun auf Hvar, auf jener Insel, die laut dem US-Magazin Forbes zu den Top Ten der schönsten Inseln der Welt gehört. Hvar, so hieß es dort, sei so bezaubernd wie die Bahamas, Hawaii und die Malediven. Für Hvar-Stadt, die Inselhauptstadt, kann ich das schon mal bestätigen, die habe ich drei Tage lang durchkämmt. Ich habe die Lavendelplantagen durchstreift und war in jeder Gasse. Ich habe die inseleigenen Feigen gekostet und den Rosmarinhonig. Und ich habe endlose Stunden auf den warmen Marmorplatten des Hvarska Pjaca gesessen – den Hafen im Blick, die großen Yachten und die Fähren, die unentwegt Urlauber ein- und ausladen. „Aber wo genau ist es am schönsten?“, frage ich Elena später, als sie gerade Drachenköpfe aus den Netzen ihres Mannes fingert. Elenas Mann Tomas, der Fischer, denkt kurz nach, dann wischt er sich die Schuppen von den Händen und kritzelt mir ein paar Namen auf einen Zettel. …

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Istrien for family

Malerische, geschichtsträchtige Städte, dazu die warme, azurblaue Adria – Istrien bietet ideale Voraussetzungen für perfekte Familienferien

Hätte ich keine Kinder, wäre ich schon am ersten Morgen hingefahren, gleich nach Sonnenaufgang. Ich wäre durch die schmalen Gassen mit dem abgelaufenen Pflaster geschlendert, früh morgens, wenn sie noch den Einheimischen gehören, den Alten, die um diese Zeit vor ihren Häusern hocken und starken Kaffee schlürfen. Ich hätte einen Cappuccino in einer kleinen Bar getrunken. Und ich wäre die erste an den Marktständen gewesen, von deren hölzernen Klappdächern Ketten aus Knoblauch und roten Peperoncini baumeln.

Aber ich habe Kinder, drei, wohne daher nicht mittendrin sondern eher außen vor, zumindest die ersten Tage, und muss noch vor dem ersten Café Latte Diskussionen führen. „Was willst Du denn da?“, will Tim (11) wissen, und seine Stimme, die Art, wie er dieses ‚da’ betont und langzieht, lässt keinen Zweifel daran, dass er meine Idee für eine Schnapsidee hält, bestensfalls. „Nach Rovinj! Häuser anschauen! Und Kirchen! Mensch Mama!“ Er muss sich nicht bemühen, die Geschwister auf seine Seite zu ziehen. Nora (8) lässt die Mundwinkel hängen, als würde sie im Wettstreit mit einem Boxer stehen, und Jakob (5) schmeißt sich auf den Boden. „Ich will aber nicht in eine Stadt, ich will keine Kirchen angucken! Ich will schwimmen!“ Ich zähle stumm vor mich hin, 21, 22, 23, denke, nur die Ruhe, und packe eine Tasche zusammen mit allem, was man so braucht für einen Familien-Tagesausflug in ein Städtchen. Sie werden schon sehen. …

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