Schlagwort-Archive: Insel

Madeira 2.0

Madeira ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Die portugiesische Insel hat sich gemausert – und überrascht mit jungen Köchen und Kreativen und mit spektakulärer Natur

„Yes, Madeira needs more fresh blood“, die Insel könne noch mehr frisches Blut gebrauchen, das gibt Paulo Lima, 37, zu. Er schiebt seine Pilotensonnenbrille auf den kahlen Kopf, blickt versonnen auf’s Meer hinaus und wendet sich dann mir zu. „Aber es ist schon so viel passiert!“, sagt er. Der Inhaber des Mini Eco Club in Seixal im Norden Madeiras lässt seine Blicke über das weiß gekalkte Gebäude und das grün schimmernde Wasser des Felsenschwimmbeckens wandern, das zum Club gehört. Er grinst, als er in einen der gemütlichen Loungesessel sinkt. Chillout-Musik klingt dezent aus dem Boxen. Im Hintergrund stehen Vitrinen mit RayBan-Brillen in Popart-Style und Schmuckstücken im Lego-Design. „Hierher kommen zum Beispiel nur junge Leute!“, sagt er. „Sie kommen um Partys zu feiern und Kajak zu fahren, um zu schwimmen oder einfach nur zu relaxen.“

 

back

Vejrø – eine Privatinsel

Seit sechs Jahren gehört die kleine Insel Vejrø im Smalandsfahrwasser einem dänischen Bankier. Wer die Insel besucht, sieht sofort, was er daraus gemacht hat: ein kleines Paradies

Zwei Feldhasen jagen über das stoppelige Feld, dahinter schäumt die Ostsee sanft an einen wilden, menschenleeren Strand. Nur ein paar Seegrasbüschel liegen im watteweichen Sand und ein bisschen angeschwemmtes Holz. Keine Menschenseele in Sicht. Nur ein Rehbock hebt in der Ferne seinen Kopf aus einem Feld.

„It’s a beautiful place“, sagt Susanne Bang. Sie lächelt versonnen und lässt ihren Blick über das trockene Gras wandern, das sich in einer schnurgeraden Piste am Meer entlangzieht. Weit hinten wendet ein kleines weißes Motorflugzeug. Susanne Bang, ungefähr Anfang fünfzig und sehr hager, verfolgt, wie der kleine Flieger Schwung nimmt und kurz vor ihr in den sommerblauen Himmel abhebt, „Vejrø ist nur per Privatflugzeug zu erreichen und mit unserem Bootsshuttle“, sagt sie. Und dann erzählt sie weiter: Von der kleinen Insel, die hier im dänischen Inselmeer zwischen Seeland und Lolland schwimmt, und die seit sechs Jahren dem dänischen Bankier Kim Fournais gehört.

Eigentlich könnte die Geschichte an diesem Punkt uninteressant werden, ja, geradezu langweilig. Wer will schon Details darüber lesen, was ein Banker aus seinem Flecken Land macht? Doch wer seinen Fuß auf das kleine Eiland zwischen Seeland, Lolland und Fünen setzt, schiebt derlei Gedanken schnell beiseite. Denn man sieht sofort: Vejrø wird mit viel Liebe gestaltet. …

back

Iles d’Hyéres: ein Reich für sich

Les Iles d’Or, die goldenen Inseln, so werden die Iles d’Hyeres auch genannt, die vor der französischen Riviera im azurblauen Meer schwimmen

Es ist diese Geschichte, die einen zu allererst gefangen nimmt, die Geschichte von Sylvia und Francois-Joseph Fournier. “Möchtest Du die Insel haben?”, hat er sie gefragt, damals, 1912. Sie hat ja gesagt, schließlich war sie Mitte zwanzig und frisch verliebt. Da blätterte ihr Francois-Joseph eine Million Francs auf den Tisch und machte ihr Porquerolles zum Hochzeitsgeschenk. Ein Insel mitten im Mittelmeer.

Vielleicht ist es deshalb noch so romantisch hier. Vielleicht aber auch, weil die Îles d’Or, zu deutsch, die ‚Goldenen Inseln‘ ihre Zukunft verschlafen haben. Denn während ein paar Kilometer weiter nordöstlich, rund um Cannes und Nizza, die Hotels in den Himmel gewachsen sind, ist hier das meiste geblieben, wie es war. Friedlich. Idyllisch. Ursprünglich.

Wie ein Frühstückshörnchen schwimmt Porquerolles im Meer. Am runden Inselrücken stürzen steile Felsen ins Wasser. Und auf der flachen Seite locken feine, weiße Sandstrände. „Mehrere Dutzend dieser Sandnischen gibt auf Porquerolles“, erzählt Madame Giglione, die Chefin im Hause ‚Relais de la Poste‘, einer kleinen Pension am Dorfplatz. . Sogenannte ‚cirques‘ – kleine Ecken in Felsen, versteckte Buchten zwischen Klippen, magische Orte zwischen dunkelgrünem Hintergrund und unverschämt blauem Wasser. Und dann ergänzt die Mittfünfzigerin mit den wasserblauen Augen, dass es ein Sport sei, sie zu finden, auch unter Einheimischen. …

back

Ischia: Ist das heiß!

Früher kamen fast ausschließlich Best-Ager nach Ischia. Sie kurierten auf der Mittelmeerinsel ihre Knochen- und Muskelschmerzen. Doch Ischia ist viel mehr als nur ein Eiland voller Thermalquellen

Langsam trocknet der Schlamm in der Sonne. Die Haut spannt sich unter der feuchten Schicht, ein Kribbeln breitet sich aus und kriecht von der Brust über den Hals und das Gesicht bis zur Stirn hinauf. “Wenn es getrocknet ist, könnt ihr es abspülen”, sagt Pietro, und deutet auf das Meerwasser. Wellen klatschen leise gurgelnd gegen die rauen, grauen Felsen. Pietro kniet sich nieder und wäscht sich seine Hände im warmen Meer, dann packt er seine Utensilien zusammen, einen Schwamm, ein Handtuch, Handcreme. Er ist eine Art fliegender Händler für Gesichtsmasken, er hat den jungen Italienerinnen den heilenden Schlamm aufgetragen und macht sich gleich auf die Suche – nach den nächsten Kunden.

Das Meerwasser, so erzählt Pietro noch, sei hier in der Sorgeto-Bucht im Süden von Ischia schön warm, eine Thermalquelle heize es auf. 90 Grad Celsius ist das Wasser heiß, das unten aus dem Felsen kommt und ins Meer sprudelt. Man hat mit Gesteinsbrocken Bassins gebaut, in denen die Italienierinnen gleich im Thermalwasser vor sich hinköcheln können. Wie viele dieser Quellen gibt es auf dieser Insel? Pietro lacht und wirft seinen Kopf in den Nacken, “was für eine Frage!”, sagt er. “Sehr viele! Auf jeden Fall über hundert!” 

back

Mallorcas schönste Buchten

Mehr als 180 Strände und Buchten verteilen sich auf Mallorcas 560 Kilometer Küstenlinie: endlose Traumstrände, kleine sandige Nischen, gewaltige Felsenbuchten. Sieben Buchten für jeden Geschmack

1) Cala Portals Vells
Es gibt Menschen, die reisen schon seit Jahren nur aufgrund dieser drei Buchten nach Mallorca. Die landen in Palma und machen sich schleunigst auf den Weg – in die Cala Portals Vells. Denn hier haben sie drei Bilderbuch-Buchten auf einen Schlag.
Der Pinienwald duftet, die Bäume krallen ihre Wurzeln fast bis ans Ufer in den trockenen Boden. Dazwischen graben sich die Buchten ins Land, kleine Nischen, in deren Scheiteln sich sandige Flächen ausbreiten, einer kaum breiter als 20 Meter. Und die verbunden sind durch flache Felsen, auf denen Sie ebenfalls wunderbar ihr Handtuch ausbreiten können.

Unbedingt mitnehmen: ‚Der Magus‘ von John Fowles, das Buch ist die Vorlage für den Film ‚The Magus‘ mit Michael Caine und Anthony Quinn, der 1967 in dieser Bucht gedreht wurde.
Tipp für zwischendurch: Zu den Höhlen im Süden der Bucht klettern oder schwimmen, dort befindet sich die Grottenkirche‘ Cova de la Mare de Deu‘ mit ihrem historischen Altar.
Lage: im Südwesten, rund 5 Kilometer südlich von Magaluf.

Die sechs weiteren Buchten: Sa Foradada, Cala Figuera (die nördlichste Bucht Mallorcas), Cala Mesquida, Cala Petita, Cala Barcas und Cala Pi.

back

Vier griechische Inseln im Porträt

Rund 2.500 Inseln schwimmen in der Ägäis, große, kleine, wilde, sanfte, schroffe, karge und grüne. Bleibt nur eine Frage: Welches Eiland ist das richtige für mich? Die Antwort ist nicht schwer, denn: In diesem Quartett findet garantiert jeder seine Lieblings-Insel

Ios – die Party-Insel
Am Tag wirkt Ios ein bisschen wie Dithmarschen am Wochenende. Der Hauptort Chora ist ein verschlafenes Dörfchen, die Gassen sind leergefegt, die Fensterläden zugeklappt. Spätnachmittags schlurfen ein paar Alte durch die verwinkelten Gänge zwischen den weißen Kubushäuschen, den Kapellen und Kirchen, und hin und wieder sieht man einen Urlauber träge an seinem starken griechischen Kaffee nippen. Aber plötzlich, ungefähr gegen Sonnenuntergang, schält sich ein seltsames Bild aus der Dämmerung. Neon-Schilder flackern auf, Tische werden rausgeschleppt, aus den ersten Bars dröhnt Musik. Und das Bilderbuchstädtchen oben auf dem Hügel verwandelt sich in eine einzige Freiluftdisco. …

Unterkommen Laut und lebendig geht es im ‚Princess Sissi‘ (Tel. & Fax 0286-91244) zu, einer kleinen Pension am Stufenweg zwischen Gialos und Chora, DZ ab 20 Euro.
Essen & Trinken Leckere Kleinigkeiten stehen im ‚O Lordos Byron‘ in Chora auf der Speisekarte. Wer keinen der 30 Plätze ergattert, sollte ins ‚Pithari‘ ausweichen (auf dem Kirchplatz), wo man nach griechischer Tradition aus dem Kochtopf aussucht.  …

Die vier Inseln Symi, Hydra, Paros und Ios im Porträt – mit vielen Service-Infos.

back

Mallorcas ruhiger Südwesten

Mallorca, das steht für Ballermann und Bettenburgen, für Tourismus und Trubel. Doch im Südwesten zeigt Mallorca ein ganz anderes Gesicht, ein einsames, wildes, romantisches …

Die Sonne schickt milchige Strahlen über das Meer, es ist noch früh am Tag. Ein paar Einheimische trinken ihren ersten, kurzen Kaffee, Fischer fachsimpeln im kleinen Hafen, ein Hafenkatze streunt herum. Dann schmeißt der Kapitän, ein älterer Grauhaariger, die Maschine an und die Leinen los, und sein weiß-blau gestrichenen Fischerboot lässt Sant Elm hinter sich.

Sant Elm, so heißt es, war früher einmal das Lieblingsversteck der Piraten. Vor rund 500 Jahren begaben sie sich von hier aus auf ihre Raubzüge. Sie schätzten den Ort, weil er der abgelegenste weit und breit war, und weil sie von hier aus schnell auf die vorgelagerte Insel schippern konnten, um ihre Beute zu verstecken. Abgelegen ist Sant Elm noch heute, nur eine schmale, kurvige  Straße führt von Andratx aus in den 80-Seelen-Ort. Statt der Piraten allerdings bilden heutzutage die Individualreisenden die Mehrheit, sie nehmen den Sandstrand in Beschlag, der klein und zauberhaft ist. Manche von ihnen kraulen von hier aus auf die winzige Felseninsel Es Pantaleu. Oder sie suchen einen noch ruhigeren Flecken und legen mit dem Fischerboot ab – Richtung Isla Dragonera.

Die Dracheninsel. Wild und schroff liegt sie da wie ein Drache, den Kopf von Mallorca abgewandt und den zackigen Rücken gen Nordosten ausgestreckt. …

back

Kapverden: Afrika für Anfänger

15 Inseln gehören zu den Kapverden, sie schwimmen vor der westlichen Küste Afrikas im Atlantik und sind schroff und überwiegend unerschlossen

Sie sitzt auf ihrem kleinen Hocker, die Füße in Flipflops, ein buntes Tuch um die Hüfte geschlungen, in der Hand ein spitzes Messer, mit dem sie auf die große Plastikwanne zu ihren Füßen deutet. Ein breites Lächeln huscht über ihr Gesicht, sie stämmt ihren massigen Körper in die Höhe, „que deseja?“, fragt sie, was möchten sie? Zur Auswahl stehen gepökelte Fliegende Fische und Thunfische, ebenfalls getrocknet und mit einer Salzkruste überzogen.

Die Thunfische hat ihr Mann in der Nacht gefangen, erzählt die dunkelhäutige Mittvierzigerin später, sie ziehen durch die Meerengen zwischen den Inseln und gehen den einheimischen Fischern ins Netz. Doch für Europäer ist der Anblick der steifen, trockenen Fische gewöhnungsbedüftig, die meisten gehen vorüber, schlendern weiter, die Hauptstraße von Porto de Tarrafal entlang auf der Insel Sao Nicolau, im Norden des Archipels.

Die Cabo Verde (übersetzt: das grüne Kap) vor Westafrika bestehen aus 15 Inseln, nur neun sind bewohnt und alle sind ganz unterschiedlich: Manche sind grün und hoch und von üppiger Vegetation überwuchert, andere sind trocken und staubig und seit Jahren ohne Regen. Es gibt Inseln mit pechschwarzen Stränden und welche, deren Ufer weiße Traumstrände säumen. Es gibt Dörfer, in denen die Uhren schon seit Jahren stehen geblieben zu sein scheinen und solche, in denen sich Urlauber tummeln. …

back

Kroatien: Hvar

Hvar bietet quirlige Küstenstädtchen, verschlafene Dörfer und viele, viele zauberhafte Buchten. Bleibt nur eine Frage: Wo ist es am schönsten?

Wenn Plätze reden könnten, würde dieser hier eine Menge erzählen. Er würde von römischen Legionären plaudern, die einst auf platten Sohlen über die weißen Marmorplatten geschlurft sind. Von den Veneziern, die um ihn herum prächtige Palazzi erbaut haben. Er würde damit prahlen, dass sich heutzutage Prominente aus aller Welt auf ihm tummeln, Brad Pitt und George Clooney, die Klitschkos, Hugh Grant und viele mehr, und wahrscheinlich würde er am Ende behaupten: Ich bin der Schönste im ganzen Land!

Schon den dritten Tag bin ich nun auf Hvar, auf jener Insel, die laut dem US-Magazin Forbes zu den Top Ten der schönsten Inseln der Welt gehört. Hvar, so hieß es dort, sei so bezaubernd wie die Bahamas, Hawaii und die Malediven. Für Hvar-Stadt, die Inselhauptstadt, kann ich das schon mal bestätigen, die habe ich drei Tage lang durchkämmt. Ich habe die Lavendelplantagen durchstreift und war in jeder Gasse. Ich habe die inseleigenen Feigen gekostet und den Rosmarinhonig. Und ich habe endlose Stunden auf den warmen Marmorplatten des Hvarska Pjaca gesessen – den Hafen im Blick, die großen Yachten und die Fähren, die unentwegt Urlauber ein- und ausladen. „Aber wo genau ist es am schönsten?“, frage ich Elena später, als sie gerade Drachenköpfe aus den Netzen ihres Mannes fingert. Elenas Mann Tomas, der Fischer, denkt kurz nach, dann wischt er sich die Schuppen von den Händen und kritzelt mir ein paar Namen auf einen Zettel. …

back

Ile de Ré: eine Insel zum Bleiben

Nur einen Steinwurf von La Rochelle entfernt schwimmt Frankreichs Sylt
im Atlantik – die Île de Ré, genauso mondän und mindestens genauso zauberhaft 

Es wären nur drei Kilometer gewesen. Drei Kilometer! Rauf auf die Fähre, zehn Minuten Überfahrt, runter von der Fähre, und sie hätte das Land jenseits des Meeres gesehen. Madame Bessot gießt die Geranien vor ihrem Häuschen und zupft ein paar welke Blätter vom Oleanderstrauch. Dann sinkt sie ein wenig schwerfällig auf die kleine grüne Holzbank im Schatten der alten Pinie. Was für eine Idee!, scheint sie zu denken und schnauft einmal tief durch. “Ich habe meine Insel niemals verlassen! Nicht per Schiff und auch nicht über die Brücke! Warum, um Gottes Willen, hätte ich das tun sollen, pourquoi, mon Dieu?”

Bei Gott, sie hätte viele Gründe gehabt, ihr Eiland einmal zu verlassen. Sie hätte einen Blick auf das seichte Wasser werfen können, das die Insel umhüllt wie ein weiches Laken. Auf die morschen, schwarzen Holzstümpfe, die sich mit jedem Niedrigwasser aus dem Meer schälen, und an denen sich Austern festklammern wie Ertrinkende an einem Strohhalm. Auf La Rochelle. Oder auf Rochefort. Stattdessen ist sie hier geblieben, 87 Jahre lang. Auf einer Insel, die gerade mal 30 Kilometer lang ist und an ihrer schmalsten Stelle nur 70 Meter misst.

Die Île de Ré, sagt man, ist eine Île de Blanche, eine weiße Insel. Die Fischerhäuschen in den kleinen Dörfern sind weiß gekalkt und der Oleander blüht hier weißer als irgendwo sonst auf der Welt. …

back

Segeln: British Virgin Islands

Die (BVI’s) gelten als das beliebteste Segelrevier der Karibik. Auf der einen Seite brandet der Atlantische Ozean, auf der anderen plätschert das Karibische Meer

Beim Anflug mit der kleinen Propellermaschine sieht man sie als verstreute grüne Tupfer im tiefdunkelblauen Meer. Mal groß und bergig, mal klein und hügelig, mal winzig und flach. Auf einigen wuchern Mangroven bis ans Ufer, andere sind umgeben von Korallenbänken. Fast alle zieren weiße Sandstrände und vom Passatwind gebogene Palmen. Über 60 Inseln zählen zu den British Virgin Islands (kurz: BVI’s), zu dieser kleinen, britischen Kolonie, auf der die englische Königin Staatsoberhaupt ist.

Über 700 Charteryachten kreuzen durch den winzigen Staat, so viele wie in keinem anderen Karibikrevier. Viele von den Booten sind mit Skipper und Köchin unterwegs, die den Gästen die Arbeit abnehmen.

So wie David und Dawn Shawn aus England. Sie segeln für den weltgrößten Charteranbieter Moorings einen 15 Meter langen und sieben Meter breiten Katamaran und haben Platz für bis zu sechs Gäste. David kennt das Revier seit 16 Jahren, er weiß, warum gerade diese kleine Inselgruppe so angesagt ist: „Die BVI’s erfüllen alle Erwartungen und Wünsche an ein tropisches Traumrevier“, sagt er, „Bilderbuchstrände sind hier nicht die Ausnahme, sondern die Regel.“ Dazu gelten die Inseln als geradezu ideal für Segeleinsteiger. „Die Distanzen sind kurz, die Gewässer vor den großen Atlantikwellen geschützt und die Infrastruktur ist für segelnde Besucher enorm abwechslungsreich“, bringt er die Trümpfe der BVI’s auf den Punkt. …

back

Amrum: Watt zu Weihnachten

Weihnachten mal ohne Stress, fernab der Großfamilie auf der nordfriesischen Insel Amrum

Als sich die Leinen der ‚Rungholt’ langsam lockern und zwei tiefe, lange Huptöne über die kalte Nordsee dröhnen, atme ich erstmal tief durch. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Wir haben die Fähre erwischt. Und wir haben es tatsächlich geschafft, alle Weihnachtsgeschenke unauffällig im Kofferraum zu verstauen, die großen Lego-Packungen, die Inliner, Kuscheltiere, Bücher, Spiele, sogar die Gitarre. Lediglich ihr Griff ist noch zu erahnen, sonst nichts, zum Glück. Schließlich sind Nora (8) und Jakob (6) sicher, dass nicht Vater und Mutter sondern das Christkind die Präsente unterm Baum ablegt. Die Fähre tastet sich vor ins milchige Nichts. Irgendwann wird sich Föhr aus dem milchigen Dunst schälen und kurz darauf Amrum. Ich ziehe die Mütze tiefer ins Gesicht und denke an unserer Weihnachtsferien. An lange Wattwanderungen in der Winterjacke. An Eiskristalle am Dünengras. Und an gemütliche Stunden vor dem prasselnden Kamin.

Weihnachten auf Reisen – das hatte in unseren Vorstellungen verschiedenste Reize. Mit zwei Großfamilien im Schlepptau sind wir Weihnachten seit Jahren immer doppelt und dreifach eingeladen, nicht selten verbringen wir die Feiertage unter drei verschiedenen Tannenbäumen. Das schürte den Wunsch, endlich mal Ferien von und fern der Großfamilie zu machen, endlich mal allein unterm Baum zu sitzen. Zum Beispiel auf Amrum, da wollten wir schließlich immer schon mal hin. …

back

Belize – zum Stranden schön

Sind Sie reif für 175 Inseln? Dann sollten Sie unbedingt nach Belize fliegen. Das kleine mittelamerikanische Land bietet einen Karibik-Cocktail, der süchtig macht

Es ist alles nur eine Frage der Zeit. Bis sich der Sand zwischen die Zehen gesetzt und das Salz auf die Haut gelegt hat. Bis das badewannenwarme Meer einen in den Zustand willenloser Döserei geschaukelt hat und das Leben wunderbar ist und gar nicht mehr schwer. Und nur noch Fragen zählen wie diese: Esse ich heute abend Lobster? Kreolischen Kokosnußreis? Oder lieber doch Trompetenmuscheln?

Bei streßgeplagten Europäern dauert es meist nur wenige Minuten, bis Belize sie eingehüllt hat mit dem perfekten Karibik-Glück. Denn in dem Land, das an Mexiko und Guatemala grenzt, scheinen Ruhe und Entspannung oberstes Verfassungsziel zu sein – auch im politischen Alltag. Unterdrückung und Korruption im großen Stil, die Geißeln mancher Nachbarstaaten, sind im früher British-Honduras genannten Belize unbekannt. Seit dem Unabhängigkeitstag, dem 21. September 1981, gilt die einzigste englischsprachige Enklave Mittelamerikas neben Costa Rica als Musterdemokratie der Region. Und als Vorbild für Umweltbewußtsein: 40 Prozent der spektakulären Landschaft wurden in den letzten 30 Jahren unter Naturschutz gestellt. Belize setzt auf sanften Tourismus, auf kleine Resorts statt auf große Hotelburgen.

Am besten läßt sich das auf den Cayes (gesprochen: “kiiis”) beobachten, auf kleinen, von Wasser umspülten, sandigen Inselchen. 175 davon schwimmen vor der Küste in der endlosen Weite des Karibischen Meeres, Tobacco Caye zum Beispiel …

back

Rømø, Dänemark

Ein Besuch auf der dänischen Insel Rømø, die nur einen Steinwurf von Sylt entfernt liegt, aber doch ganz anders ist

Die alte Weißhaarige, die schon hierher kommt, seitdem sie denken kann, sagt, wenn Rømø ein Mensch wäre, wäre es wahrscheinlich eine Dame vom Lande, mittleres Alter, grundsolide, sportlich, aufgeschlossen. Vielleicht, meint die Alte, wäre sie ein bisschen unmodern, das schon, aber nett wäre sie. Sie würde wert legen auf Natürlichkeit, wahrscheinlich auch auf gute Ernährung. Sie würde Krabben essen, die, für die Rømø bekannt ist. „Aber Austern würde sie verschmähen“, da ist sie sich sicher, „die schmecken zu sehr nach Sylt.“

„Rømø ist eine gute Insel“, sagt sie. Rømø verspricht nichts, was es nicht halten kann. Es ist einfach eine Insel, platt wie eine Flunder und struppig. Die Häuser stehen kreuz und quer über das Eiland verteilt, hier ein paar und dort ein paar, „schöne Häuser“, sagt die Alte und nickt bedächtig, „wahre Prachtstücke gibt es hier.“ Die Dörfer lassen auf den ersten Blick keine Struktur erkennen, haben keinen Platz, auf dem man sich treffen könnte. „Hier wohnt ja auch kaum noch jemand.“

Das stimmt. Knapp 600 Einwohner sind übrig geblieben auf Rømø, „vor 10 Jahren waren es noch mehr als 2000“, erinnert sich Bodil Glistrup Thomsen, Tourismus- und Entwicklungschefin der kleinen, dänischen Insel, die gerade mal zwei Kilometer nördlich von Sylt liegt. „Aber es ist wie auf vielen kleinen Inseln, die Jungen gehen aufs Festland, studieren, machen eine Ausbildung. Und kommen selten zurück.“ …

back