Portugal: Im Land der Korkeichen

Im Alentejo gibt es endlose und einsame Strände, kleine, geschichtsträchtige Orte und mehr Korkeichen als irgendwo sonst auf der Welt

„Was haben Weinflaschen und die Raketen der Nasa gemeinsam?“, fragt Luís Dias seinen Gast gern, kaum dass der angekommen ist. Meist lässt er ihm ein paar Minuten Zeit, damit sein Gegenüber nachdenken kann, ganz in Ruhe, doch irgendwann hakt er nach: „Sie wissen es nicht?“ Das ist der Moment, in dem der Portugiese den Blick des Besuchers in den Wald hineinlenkt, zu den leicht verknöcherten Bäumen, die dort ihre krummen Äste in den sommerblauen Himmel recken. „Beides ist mit unserem Kork versehen“, sagt der graumelierte Portugiese dann und macht eine kleine Pause, damit der Satz nachhallen kann. „Die Weinflaschen werden mit unserem Kork verschlossen. Und die Raketen der Nasa sind mit portugiesischem Kork gedämmt.“

Luís Dias‘ Korkeichen befinden sich im Alentejo im Süden Portugals, in der Region, die als die wilde Ecke Portugals gilt. Während sich an der nahe gelegenen Algarve Urlauber an den Stränden drängen, scheinen die sandigen Streifen des Alentejo nahezu endlos und oft menschenleer. Unablässig rollen hier schäumende Atlantikwellen an Land, sie locken in erster Linie Surfer an, die sich weit draußen an ihre Bretter klammern und auf die nächste Welle warten. Dahinter wellt sich das weite, leere Land bis zum Horizont, hier und da breitet sich ein Pinienwäldchen aus und eben auch jene ‚montados‘, die Korkeichenwälder, für die dieser Landstrich bekannt ist. …

 

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