Mallorcas ruhiger Südwesten

Mallorca, das steht für Ballermann und Bettenburgen, für Tourismus und Trubel. Doch im Südwesten zeigt Mallorca ein ganz anderes Gesicht, ein einsames, wildes, romantisches …

Die Sonne schickt milchige Strahlen über das Meer, es ist noch früh am Tag. Ein paar Einheimische trinken ihren ersten, kurzen Kaffee, Fischer fachsimpeln im kleinen Hafen, ein Hafenkatze streunt herum. Dann schmeißt der Kapitän, ein älterer Grauhaariger, die Maschine an und die Leinen los, und sein weiß-blau gestrichenen Fischerboot lässt Sant Elm hinter sich.

Sant Elm, so heißt es, war früher einmal das Lieblingsversteck der Piraten. Vor rund 500 Jahren begaben sie sich von hier aus auf ihre Raubzüge. Sie schätzten den Ort, weil er der abgelegenste weit und breit war, und weil sie von hier aus schnell auf die vorgelagerte Insel schippern konnten, um ihre Beute zu verstecken. Abgelegen ist Sant Elm noch heute, nur eine schmale, kurvige  Straße führt von Andratx aus in den 80-Seelen-Ort. Statt der Piraten allerdings bilden heutzutage die Individualreisenden die Mehrheit, sie nehmen den Sandstrand in Beschlag, der klein und zauberhaft ist. Manche von ihnen kraulen von hier aus auf die winzige Felseninsel Es Pantaleu. Oder sie suchen einen noch ruhigeren Flecken und legen mit dem Fischerboot ab – Richtung Isla Dragonera.

Die Dracheninsel. Wild und schroff liegt sie da wie ein Drache, den Kopf von Mallorca abgewandt und den zackigen Rücken gen Nordosten ausgestreckt. …

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