Istrien for family

Malerische, geschichtsträchtige Städte, dazu die warme, azurblaue Adria – Istrien bietet ideale Voraussetzungen für perfekte Familienferien

Hätte ich keine Kinder, wäre ich schon am ersten Morgen hingefahren, gleich nach Sonnenaufgang. Ich wäre durch die schmalen Gassen mit dem abgelaufenen Pflaster geschlendert, früh morgens, wenn sie noch den Einheimischen gehören, den Alten, die um diese Zeit vor ihren Häusern hocken und starken Kaffee schlürfen. Ich hätte einen Cappuccino in einer kleinen Bar getrunken. Und ich wäre die erste an den Marktständen gewesen, von deren hölzernen Klappdächern Ketten aus Knoblauch und roten Peperoncini baumeln.

Aber ich habe Kinder, drei, wohne daher nicht mittendrin sondern eher außen vor, zumindest die ersten Tage, und muss noch vor dem ersten Café Latte Diskussionen führen. „Was willst Du denn da?“, will Tim (11) wissen, und seine Stimme, die Art, wie er dieses ‚da’ betont und langzieht, lässt keinen Zweifel daran, dass er meine Idee für eine Schnapsidee hält, bestensfalls. „Nach Rovinj! Häuser anschauen! Und Kirchen! Mensch Mama!“ Er muss sich nicht bemühen, die Geschwister auf seine Seite zu ziehen. Nora (8) lässt die Mundwinkel hängen, als würde sie im Wettstreit mit einem Boxer stehen, und Jakob (5) schmeißt sich auf den Boden. „Ich will aber nicht in eine Stadt, ich will keine Kirchen angucken! Ich will schwimmen!“ Ich zähle stumm vor mich hin, 21, 22, 23, denke, nur die Ruhe, und packe eine Tasche zusammen mit allem, was man so braucht für einen Familien-Tagesausflug in ein Städtchen. Sie werden schon sehen. …

back