Ischia: Ist das heiß!

Früher kamen fast ausschließlich Best-Ager nach Ischia. Sie kurierten auf der Mittelmeerinsel ihre Knochen- und Muskelschmerzen. Doch Ischia ist viel mehr als nur ein Eiland voller Thermalquellen

Langsam trocknet der Schlamm in der Sonne. Die Haut spannt sich unter der feuchten Schicht, ein Kribbeln breitet sich aus und kriecht von der Brust über den Hals und das Gesicht bis zur Stirn hinauf. “Wenn es getrocknet ist, könnt ihr es abspülen”, sagt Pietro, und deutet auf das Meerwasser. Wellen klatschen leise gurgelnd gegen die rauen, grauen Felsen. Pietro kniet sich nieder und wäscht sich seine Hände im warmen Meer, dann packt er seine Utensilien zusammen, einen Schwamm, ein Handtuch, Handcreme. Er ist eine Art fliegender Händler für Gesichtsmasken, er hat den jungen Italienerinnen den heilenden Schlamm aufgetragen und macht sich gleich auf die Suche – nach den nächsten Kunden.

Das Meerwasser, so erzählt Pietro noch, sei hier in der Sorgeto-Bucht im Süden von Ischia schön warm, eine Thermalquelle heize es auf. 90 Grad Celsius ist das Wasser heiß, das unten aus dem Felsen kommt und ins Meer sprudelt. Man hat mit Gesteinsbrocken Bassins gebaut, in denen die Italienierinnen gleich im Thermalwasser vor sich hinköcheln können. Wie viele dieser Quellen gibt es auf dieser Insel? Pietro lacht und wirft seinen Kopf in den Nacken, “was für eine Frage!”, sagt er. “Sehr viele! Auf jeden Fall über hundert!” 

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