Kroatien: Hvar

Hvar bietet quirlige Küstenstädtchen, verschlafene Dörfer und viele, viele zauberhafte Buchten. Bleibt nur eine Frage: Wo ist es am schönsten?

Wenn Plätze reden könnten, würde dieser hier eine Menge erzählen. Er würde von römischen Legionären plaudern, die einst auf platten Sohlen über die weißen Marmorplatten geschlurft sind. Von den Veneziern, die um ihn herum prächtige Palazzi erbaut haben. Er würde damit prahlen, dass sich heutzutage Prominente aus aller Welt auf ihm tummeln, Brad Pitt und George Clooney, die Klitschkos, Hugh Grant und viele mehr, und wahrscheinlich würde er am Ende behaupten: Ich bin der Schönste im ganzen Land!

Schon den dritten Tag bin ich nun auf Hvar, auf jener Insel, die laut dem US-Magazin Forbes zu den Top Ten der schönsten Inseln der Welt gehört. Hvar, so hieß es dort, sei so bezaubernd wie die Bahamas, Hawaii und die Malediven. Für Hvar-Stadt, die Inselhauptstadt, kann ich das schon mal bestätigen, die habe ich drei Tage lang durchkämmt. Ich habe die Lavendelplantagen durchstreift und war in jeder Gasse. Ich habe die inseleigenen Feigen gekostet und den Rosmarinhonig. Und ich habe endlose Stunden auf den warmen Marmorplatten des Hvarska Pjaca gesessen – den Hafen im Blick, die großen Yachten und die Fähren, die unentwegt Urlauber ein- und ausladen. „Aber wo genau ist es am schönsten?“, frage ich Elena später, als sie gerade Drachenköpfe aus den Netzen ihres Mannes fingert. Elenas Mann Tomas, der Fischer, denkt kurz nach, dann wischt er sich die Schuppen von den Händen und kritzelt mir ein paar Namen auf einen Zettel. …

back