Brandenburg: Bungalowboot

In Brandenburg gibt es neuerdings Schiffe, die aussehen wie kleine, hölzerne Ferienhäuser

Die Sonne wirft grelle Strahlen über den Plauer See, als sich der mittelblaue, hölzerne Bungalow langsam aus dem Schilf schiebt. Ein Graureiher schwingt sich in die Luft. Die schwimmende Holzhütte dreht langsam, man hört das Wasser gurgeln und Enten schimpfen. „Ja“, sagt Günter Großmann und winkt nebenbei, „es sieht wirklich ein bisschen komisch aus“, das muss er zugeben. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. „Aber die Idee kommt gut an. Vor allem, weil man keinen Bootsführerschein braucht.“

Großmanns Erfindungen liegen seit Kurzem an einem Steg in Plaue an der Havel, kleine Blockhäuser, blau, gelb, rot und lindgrün gestrichen, mit zwei Rümpfen drunter. Gartenlauben, die Schiffe sein sollen. „Bungalowboote“, verbessert Großmann. Kann man mit denen wirklich in See stechen? Der Mittfünfziger aus Aschaffenburg nickt und lässt seinen Blick über das Schilf und den Plauer See wandern, als läge das große weite Meer vor ihm. „Natürlich“, sagt er, „was für eine Frage.“

Vor dem ersten Ablegemanöver allerdings muss man elf Seiten Theorie studieren und eine kleine praktische Einführung in die Technik an Bord und die wichtigsten Regeln der Binnenschifffahrt bekommen haben. Grüne Tonnen lässt man links liegen, rote rechts. Die Bungalowboote müssen Segelyachten, Ruderbooten und Kanus ausweichen. Wer von rechts kommt, hat Vorfahrt. …

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