Amrum: Watt zu Weihnachten

Weihnachten mal ohne Stress, fernab der Großfamilie auf der nordfriesischen Insel Amrum

Als sich die Leinen der ‚Rungholt’ langsam lockern und zwei tiefe, lange Huptöne über die kalte Nordsee dröhnen, atme ich erstmal tief durch. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Wir haben die Fähre erwischt. Und wir haben es tatsächlich geschafft, alle Weihnachtsgeschenke unauffällig im Kofferraum zu verstauen, die großen Lego-Packungen, die Inliner, Kuscheltiere, Bücher, Spiele, sogar die Gitarre. Lediglich ihr Griff ist noch zu erahnen, sonst nichts, zum Glück. Schließlich sind Nora (8) und Jakob (6) sicher, dass nicht Vater und Mutter sondern das Christkind die Präsente unterm Baum ablegt. Die Fähre tastet sich vor ins milchige Nichts. Irgendwann wird sich Föhr aus dem milchigen Dunst schälen und kurz darauf Amrum. Ich ziehe die Mütze tiefer ins Gesicht und denke an unserer Weihnachtsferien. An lange Wattwanderungen in der Winterjacke. An Eiskristalle am Dünengras. Und an gemütliche Stunden vor dem prasselnden Kamin.

Weihnachten auf Reisen – das hatte in unseren Vorstellungen verschiedenste Reize. Mit zwei Großfamilien im Schlepptau sind wir Weihnachten seit Jahren immer doppelt und dreifach eingeladen, nicht selten verbringen wir die Feiertage unter drei verschiedenen Tannenbäumen. Das schürte den Wunsch, endlich mal Ferien von und fern der Großfamilie zu machen, endlich mal allein unterm Baum zu sitzen. Zum Beispiel auf Amrum, da wollten wir schließlich immer schon mal hin. …

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